„West Side Story” in ungewohnten Klangfarben

  VON CRISTINA ZEHRFELD
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Stollberg. Das „Stollberger Meisterkonzert" mit dem Duo Melange versprach ein besonderes Klangerlebnis zu werden. Schon die vor den Zuschauerreihen aufgebauten Instrumente stimmten darauf ein. Ein Marimbafon, also ein Schlaginstrument aus der Familie der Xylofone, stand da. So groß wie ein Klavier und mit knapp fünf Oktaven Tonumfang. Dazu eine Bongo, weitere kleine Trommeln, Becken und ein Gong. Gespielt allesamt von Schlagzeuger und Percussionist Thomas Laukel aus Kassel. Seine Partnerin ist die Flötistin Almut Unger.
Das gut zusammengestellte Programm bot eine erstaunliche Vielfalt. Mit einem Stück des 1953 geborenen Brasilianers Celso Machado stimmten die Musiker auf jenen ungewohnten Klang ein, der von Rhythmik und Melodik lebt. Es folgte Moderne pur. „A Night in Argentinia" hat der 198o geborene Benjamin Ulrich vor einigen Jahren speziell für Duo Melange geschrieben, und er lotet dabei die Möglichkeiten der Instrumente in alle Richtungen aus. Stimmungs- und Rhythmuswechsel, Klangfarben von sanft bis schrill, von hingehauchten Tönen bis zu intensivem Timbre wurden zelebriert. Danach kam mit Auszügen aus Leonard Bernsteins „West Side Story" das erste sehr bekannte Werk. Und damit wurde eine der größten Herausforderung des Duos deutlich: Die Literatur für die Kombination Marimbafon und Flöte ist recht überschaubar. Fast alles muss neu arrangiert werden. Der „West Side Story" hat sich Thomas Laukel mit Mut und Fantasie selbst angenommen. Mit sämtlichen aufgebauten Instrumenten wurde die leichte Ahnung von Orchesterklang angedeutet und dabei an humorigen Einfällen nicht gespart. Der 33-jährige Thomas Laukel begann seine musikalische Karriere mit neun Jahren. Schlagzeug zunächst, wenig später kam das Xylofon dazu und die Marimba. „Ich habe mich immer für klassische Musik interessiert", bekennt er. Und so ist er heute auch als Orchesterschlagzeuger und Pauker in verschiedenen Orchestern tätig, darunter an der Staatsoper Berlin und am Gewandhaus Leipzig. Auch die gebürtige Leipzigerin Almut Unger wirkt in verschiedenen Orchestern mit, spielt unter anderem im Mitteldeutschen Kammerorchester und im Symphonieorchester der Stadt Münster. Daneben unterrichten beide an Musikschulen. Das Duo Melange wurde 1998 gegründet. Die eigenwillige Klangmischung eignet sich für die Musik vieler Epochen. Das wurde spätestens nach der Pause deutlich, als Wolfgang Amadeus Mozart und Edvard Grieg auf dem Programm standen. Der Abschluss des Konzertes mit mehreren „Lyrischen Stücken" des Norwegers war letztlich auch der Höhepunkt. Bei Stücken wie Norwegisch, dem Elfentanz oder Heimweh kam der Gegensatz zwischen dem dunklen, fast unwirklichen Klang des Marimbafons und den hellen, klaren Tönen der Flöte besonders gut zum Tragen. Die Besucher des Konzerts bedankten sich mit viel Applaus und zeigten im Anschluss auch großes Interesse an dem exotischen Instrument
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